Veröffentlicht am 27.12.2011, Offenbach-Post

Wenn ein guter Brauch erklingt

Heusenstamm - Fast schon ehrf├╝rchtig, aber auf jeden Fall and├Ąchtig und hoch erfreut lauschten an Heiligabend mehr als 200 Zuh├Ârer dem Turmblasen der Familie Duwensee im oberen Geschoss ihres Wohn- und Gesch├Ąftshauses an der Ecke gegen├╝ber des Gotteshauses der freien evangelischen Gemeinde. Von Peter Petrat

Bereits im 28. Jahr veranstaltet die Familie von ihrem gro├čen Balkon in luftiger H├Âhe aus das halbst├╝ndige Blaskonzert zur Einstimmung auf den Abend. W├Ąhrend sich unten auf den B├╝rgersteigen die ersten gespannten Zuh├Ârer den besten Platz suchten, begr├╝├čte in der vierten Etage Georg, der Enkel des verstorbenen Initiators Gerhard Duwensee, seine Familie. Nachdem seine Eltern Petra und G├╝nter Duwensee die Tradition viele Jahre fortgef├╝hrt haben, folgt ihnen nun ihr Sohn, nachdem er die Wohnung bezogen hat. Als es damals kein Turmblasen der Kirchengemeinde Sankt C├Ącilia gab und auch nicht geben sollte, war die Idee geboren, vom recht hoch gelegenen Balkon herunter selbst Bl├Ąserklang ert├Ânen zu lassen. Aus seiner ostpreu├čischen Heimat K├Ânigsberg brachte Gerhard Duwensee die beliebte Tradition einfach mit. Nachdem sich das herumgesprochen hatte, kommen seither jedes Jahr viele Zuh├Ârer und machen auf ihrem weihnachtlichen Spaziergang einen Halt oder bleiben nach dem Gottesdienst im nahe gelegenen Gotteshaus noch eine Weile, um sich mit weihnachtlichen Liedern auf den besinnlichen Abend einzustimmen. .

Als das Quartett aus Matthias J├Ąger an der Bassposaune, Hans G├╝nter Labahn, mit seiner ersten Posaune, sowie Ralf Zenker und Thorsten Grutzele mit ihren Trompeten beginnt, wird es still auf der Stra├če. Trotz unangenehmem Wind erreicht die Musik die Zuh├Ârer und deren Applaus die Musiker, die sich freuen, andere mit ihrer Musik zu unterhalten. Die tolle und lobenswerte Idee eines Familienfestes, an dem sie auch andere teilhaben lassen, bescheinigt Familie Duwensee, dass sie den weihnachtlichen Gedanken verinnerlicht haben. Denn Familie hat dort einen gro├čen Stellenwert.

Inzwischen leben vier Generationen verteilt auf dem gro├čen Grundst├╝ck und selbstverst├Ąndlich wird Weihnachten gemeinsam mit allen Kindern, Enkeln, Tanten und Eltern gefeiert. Nach der halben Stunde guter Musik ziehen die Zuh├Ârer dann heimw├Ąrts. ÔÇ×Tradition ist sch├Ân, um sich aufs Fest einzustimmenÔÇť, ist sich die Familie einig und kann nun auch dazu ├╝bergehen, den Heiligen Abend in gem├╝tlicher Runde zu begehen.